Leistungsverzeichnis: Die Grundlage zur klaren Projektplanung

Ganz gleich, ob Sie ein Bauprojekt leiten oder eine komplexe Dienstleistung planen – der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie gut Sie Ihre Anforderungen definieren und strukturieren. Das Leistungsverzeichnis übernimmt eine entscheidende Funktion und bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Projektumsetzung.

Ressourcenplanung mit PROJEKT PRO

1. Was ist ein Leistungsverzeichnis?

Ein Leistungsverzeichnis ist eine detaillierte Aufstellung aller auszuführenden Leistungen in einem Bau- oder Dienstleistungsprojekt. Es dient als Grundlage für die Ausschreibung und Angebotskalkulation und sorgt für Klarheit zwischen Auftraggeber:innen und Auftragnehmer:innen.

2. Warum ist ein Leistungsverzeichnis wichtig?

Ein Leistungsverzeichnis ist unverzichtbar, um Bau- und Dienstleistungsprojekte strukturiert und effizient durchzuführen. Es ermöglicht:

Bedeutung für die Ausschreibung und Angebotskalkulation

  • Transparenz
    Auftraggeber:innen erhalten vergleichbare Angebote, da alle Anbieter:innen auf der gleichen Grundlage kalkulieren.
  • Rechtssicherheit
    Klare Definitionen minimieren Missverständnisse und Streitigkeiten.
  • Präzision
    Auftragnehmer:innen können ihre Angebote realistischer gestalten, da sie genau wissen, welche Leistungen gefordert werden.

Vorteile für Auftraggeber:innen und Auftragnehmer:innen

  • Für Auftraggeber:innen
    Präzise Kostenplanung und Vermeidung unerwarteter Mehraufwände.
  • Für Auftragnehmer:innen
    Reduziertes Risiko von Fehlkalkulationen und bessere Verhandlungsgrundlage.

3. Aufbau eines Leistungsverzeichnisses

Ein typisches und gut strukturiertes Leistungsverzeichnis umfasst folgende Bestandteile und bildet dabei die Grundlage für klare Leistungs- und Mengenangaben:

  1. Allgemeine Angaben (z.B. Projektname, Standort, Verantwortliche) 
  2. Beschreibung der Leistungen (Unterteilung nach Gewerken oder Leistungsbereichen)
  3. Positionen: 
  • Leistungspositionen: Detaillierte Beschreibung der auszuführenden Arbeit.
  • Grundposition: Basisposition, die immer erbracht wird.
  • Alternativposition: Optionale Leistungen, die zusätzlich angeboten werden können.
  1. Besondere Anforderungen (z.B. Materialien, Normen oder Vorschriften)
  2. Mengenermittlung (z.B. Anzahl, Flächen, Volumina)

4. Wie erstellt man ein Leistungsverzeichnis?

Die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses erfordert eine systematische Vorgehensweise. Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Projektanalyse
  • Definieren Sie den genauen Projektumfang.
  • Erfassen Sie alle erforderlichen Leistungen und Materialien.
  1. Erstellung einer Gliederung
  • Strukturieren Sie das Verzeichnis nach Gewerken oder Leistungsbereichen.
  1. Beschreibung der Leistungen
  • Formulieren Sie die Leistungspositionen klar und detailliert. 
  1. Durchführen einer Mengenermittlung
  • Ermitteln Sie die genauen Mengen jeder Position. 
  1. Prüfung und Abstimmung:
  • Lassen Sie das Verzeichnis von Fachleuten gegenlesen.

5. Beispiele

Um die Struktur eines Leistungsverzeichnisses zu verdeutlichen, sehen Sie hier einen kurzen Ausschnitt. Dieser veranschaulicht den Aufbau einzelner Positionen und unterscheidet Leistungs- und Grundleistungen:

Projekt: Umbau eines Einfamilienhauses

Position 01 – Malerarbeiten (Leistungsposition)

  • Menge: 150 m²
  • Beschreibung: Streichen der Innenwände mit Dispersionsfarbe, zweimaliger Anstrich, inklusive Vorarbeiten (Abdecken, Grundieren)
  • Einheitspreis: 12,50 € / m²
  • Gesamtpreis: 1.875,00 €

Position 02 – Bodenbelagsarbeiten (Grundposition)

  • Menge: 80 m² 
  • Beschreibung: Verlegen von PVC-Bodenbelag inkl. Untergrundvorbereitung
  • Einheitspreis: 20,00 € / m²
  • Gesamtpreis: 1.600,00 €

6. Häufige Fehler bei der Erstellung eines Leistungsverzeichnisses

Trotz Sorgfalt können bei der Erstellung von Leistungsverzeichnissen immer wieder Fehler passieren, die kostspielige Folgen haben können. Häufige Fehler sind:

  • Unklare Formulierungen
    Missverständliche Leistungsbeschreibungen führen zu falschen Ausführungen.
  • Fehlende Mengenangaben
    Ohne exakte Mengenermittlung entstehen Mehraufwände und Kostenabweichungen.
  • Ungenaue Gliederung
    Eine unstrukturierte Darstellung erschwert die Vergleichbarkeit der Angebote.

Haftungsfragen:

Fehlerhafte Leistungsverzeichnisse können zu Nachtragsforderungen oder Rechtsstreitigkeiten führen. Eine professionelle Erstellung ist daher essenziell.

7. Ihre PRO Tipps

  1. Einsatz einer Software
    Spezialisierte AVA-Programme erleichtern die Erstellung und Prüfung des Leistungsverzeichnisses und helfen, Fehler zu vermeiden.
  2. Berücksichtigung von Standards
    Arbeiten Sie mit etablierten Standards wie DIN-Normen, um die Qualität und Vergleichbarkeit des Verzeichnisses sicherzustellen.
  3. Anpassung der Detailtiefe
    Sorgen Sie für eine klare und angemessene Beschreibung der Leistungen, um Interpretationsspielräume zu minimieren.
  4. Regelmäßige Überprüfung
    Aktualisieren und kontrollieren Sie das Leistungsverzeichnis kontinuierlich, um Fehler frühzeitig zu erkennen.
  5. Einbinden von Fachleuten
    Ziehen Sie Expert:innen aus dem Bausektor hinzu, um das Leistungsverzeichnis qualitativ abzusichern.

Fazit

Das Leistungsverzeichnis ist ein zentrales Dokument für die erfolgreiche Umsetzung von Bau- und Dienstleistungsprojekten. Es sorgt für Transparenz, Rechtssicherheit und präzise Kalkulation. Durch klare Strukturen, standardisierte Vorgehensweisen und eine sorgfältige Prüfung können potenzielle Fehler minimiert werden. Damit trägt das Leistungsverzeichnis wesentlich zur reibungslosen Abwicklung und erfolgreichen Umsetzung von Projekten bei.

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